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Der Trick mit den Invites – Google+, Dribbble, FFFFound, Google Wave und co.

Seit einiger Zeit ist im Internet der Trend zu beobachten, seinen Dienst oder seine Plattform nur noch per Einladung zugänglich zu machen. Prominentestes Beispiel dafür ist sicherlich das kürzlich gestartete Projekt Google+. Kurz nach der Ankündigungen zum Start wurden sämtliche Kanäle mit Invite-Anfragen überschwemmt.
Aber warum sieht man vermehrt, dass Nutzer erstmal ausgeschlossen werden? Die ursprüngliche Idee dieser “geschlossenen Gesellschaft” war, ein Nadelöhr zu schaffen, um den Ansturm von Besuchern in Grenzen zu halten und in einer Beta-Phase kontrolliert einer bestimmten Menge Nutzern Zugang zu gewähren. Mittlerweile scheint die Vorgehensweise aber ein strategisches Marketing-Instrument zu sein. Durch künstliche Verknappung wird die Nachfrage angekurbelt und das Projekt bleibt im Gespräch. Natürlich hängt der Erfolg des Produkts letztendlich davon ab, was nach diesem “Invite” geboten wird, der Werbeeffekt kann aber sehr groß sein. Das zeigte sich beispielsweise sehr gut bei Google Wave, das einen der wohl größten Invite-Hypes auslöste, letztendlich aber mit seinem Angebot scheiterte. Das Prinzip scheint sich dennoch durchzusetzen, denn beobachtet man, wie Invites auf Blogs verlost, auf Ebay verkauft oder über Twitter getauscht werden, lässt sich das Potenzial erahnen. Wer einen Invite ergattert, gehört zum erlesenen Kreis. Ähnlich praktiziert das auch Apple, die mit dem iPhone gezeigt haben, wie eine geringe Stückzahl die Nachfrage enorm steigern und das Gefühl des Statussymbols erhöhen kann.

Qualität im Schaufenster

Ein weiterer Grund für den Einsatz des Invite-Prinzips ist der Wunsch, die Qualität der Inhalte hoch zu halten. Gut zu sehen bei den im Design-Bereich angesiedelten Seiten Dribbble, ffffound oder Forrst, die ihre Inhalte zwar für jeden zugänglich machen, Funktionen zum Mitmachen aber nur für (per Invite) angemeldete Nutzer bereit stellen. Man hofft so, dass hochwertige und kreative Beiträge dominieren und nicht in der Masse untergehen. Talentierte und engagierte Nutzer, die sich die Mühe machen, an eine Einladung zu kommen, gehören zur erwünschten Zielgruppe. Das scheint bisher auch ganz gut zu funktionieren, an Invites kommt man oft nur mit einem vorzeigbaren Portfolio oder muss von Mitgliedern ausgewählt werden. Forrst geht mit der Qualitätssicherung sogar noch einen Schritt weiter und verwarnt Mitglieder, deren Einladungen sich nicht an die Regeln halten und Mist bauen.

Ein Zaun als Allzweckwunderwaffe für jeden Webservice?

Es sollte gut überlegt sein, wann und wo das Invite-Prinzip genutzt wird. Neben unterschiedlichen Faktoren, die für oder gegen einen Einsatz sprechen könnten, muss eine grundlegende Vorraussetzung erfüllt sein, um positive Effekte zu erreichen: Der Service muss begehrt sein. Das kann durch gute Rezensionen und Empfehlungen von Nutzern, aufgrund von Ankündigungen bekannter Unternehmen, durch vielversprechende Einblicke oder durch halboffene Systeme (siehe Dribbble und Co.) geschehen. Wenn das nicht gegeben ist, kann sich der “Trick” sehr schnell auch kontraproduktiv auf das eigene Produkt auswirken.

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Ich heiße Niclas Hellberg, komme aus Hamburg und arbeite momentan als Interaction Designer bei XING und Traumhaftes Italien. href="http://twitter.com">Twitter