Der Vodafone-Twitter-Fail

Es wird ja schon seit Tagen kontrovers über die neue Vodafone-Kampagne diskutiert. Man kann sicherlich geteilter Meinung über die Durchführung, Präsentation und Botschaft der Gesamtkampagne sein. Ich bin mir selbst auch nicht ganz sicher, ob ich froh über den Mut zum Neuen und den Schritt, stärker auf Social Media Aktivitäten zu setzen, sein soll.

Was ich aber nun bei Kathrin Stieler lesen muss, dass kippt meine Meinung doch schon ein wenig ins Negative. Es handelt sich zwar nur um einen relativ kleinen faux par, dieser rüttelt aber ganz schön an der Authenzität der Kampagne.

Was ist passiert? Vordafone schaltet Banner, wie in der Online-Werbung üblich. Diese Banner gaukeln eine dynamische und klickbare Seite vor, die allerdings nur auf eine Landing-Page weiterführt. Auf der Seite werden passende Tweets zur Kampagne “Es ist Deine Zeit” gezeigt. Natürlich sind die Tweets, wie der gesamte Banner, nicht echt. Das Problem ist aber nun, dass auch die Namen der Twitter Accounts nicht echt waren und von Vodafone auch nicht gesichert worden.
So konnte jetzt der Konkurrent Telekom den Account DiceKind registrieren und so die Aufmerksamkeit gleich mit nutzen, ganz kostenlos!

Das eigentliche Problem stellt aber die dadurch entstehende Wirkung dar. Der Anspruch, sich der Generation Upload anzunehmen, sich als Großunternehmen in den Bereich des Social Media Marketings zu wagen, scheint mit einem Mal aufgesetzt. Das ganze stimmt gar nicht. Der Wille ist nicht da. Schnell entstehen negative Gedanke.
Egal, wer nun für diesen Fehler verantwortlich ist, Vodafone oder Scholz & Friends, es gilt jetzt schnell zu beweisen, dass der Schritt in der Kampagne “Es ist deine Zeit” nicht vorgetäuscht war.

Das ganze ist von mir natürlich etwas dramatisch und übertrieben dargestellt. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich die Geschichte schön verbreiten kann. Schon öfter waren vermeintlich kleine und belanglose Geschichten später ein Viral-Hit. Ich bin gespannt.

UPDATE: Es scheint sich nicht um jemanden von der Telekom zu handeln, der den Account registriert hat. Der Account erscheint mittlerweile im O2-Look :)

Bild 7

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Ich heiße Niclas Hellberg, komme aus Hamburg und arbeite momentan als Interaction Designer bei XING und Traumhaftes Italien. href="http://twitter.com">Twitter

3 comments Write a comment

  1. Ich finde auch das Hauptproblem an der ganzen kampagne ist vor allem die fehlende Glaubwürdigkeit. Ich kann ja noch und nöcher behaupten total hip und kommunikativ und auf Augenhöhe mit meiner Kundschaft zu sein. Wenn ich dazu einfach nicht die passenden Angebote liefer, sondern im Gegenteil, meine (potentiellen) Kunden ständig mit widersprüchlichen Signalen füttere, dann muss ich mich auch nicht wundern, wenn die Reaktionen auf so einen Werbemüll nicht positiv sind.

  2. Hier muss sich Vodafone auf jeden Fall etwas für die Zukunft einfallen lassen, denn wie hier schon erwähnt, solange keine vernünftigen Angebote vorliegen muss man sich nicht wundern, wenn die Kunden sich lösen und zu anderen Dienstleistern wechsel.

  3. Ich glaube kaum, dass Vodafone aus den letzten Monaten etwas gelernt hat, denn wer die Anbieter miteinander vergleicht, wird schnell feststellen, dass Vodafone immer hinter seiner Konkurrenz liegt. So kann man auf Dauer ganz sicher nicht seine Kunden an sich halten.

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